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Das 3-Schichten-System

Geschrieben am 22-7-2024 durch Sem

Liebst du Skifahren, Wandern, Campen oder Klettern? Dann möchtest du dabei passend gekleidet sein. Unter Sportlern und in der Outdoor-Welt wird oft das 3-Schichten-System als die Lösung schlechthin präsentiert, aber was genau ist dieses System eigentlich? Welche Schichten zieht man am besten an und was ist der Nutzen davon? Auf diese Fragen bringen wir in diesem Blog Klarheit. Mit Hilfe unserer Tipps und Ratschläge wird die Auswahl deines Outfits für deine nächste Aktivität um einiges leichter.

Was ist das 3-Schichten-System?

Das klassische 3-Schichten-System entstand in den 70er und 80er Jahren und basiert auf drei Schichten, bei denen eine Unterschicht deine Haut trocken und komfortabel hält, die Zwischenschicht für Isolierung und den Abtransport von Schweiß sorgt und die dritte Schicht dich vor den Elementen wie Wind und Regen schützt. Dieses System ist im Laufe der Jahre vor allem im Outdoorsport zum Standard geworden. Die Attraktivität des Systems liegt in seiner Flexibilität. Mit einer begrenzten Anzahl an Kleidungsstücken bist du auf eine Vielzahl von Wetterbedingungen vorbereitet.

Das 3-Schichten-System ist hauptsächlich auf den Oberkörper ausgerichtet. Für den Unterkörper wird oft ein 2-Schichten-System verwendet. Dasselbe ist auch für die Hände möglich, obwohl hier meistens eine Schicht in Form eines gefütterten Handschuhs getragen wird. Vergiss schließlich auch deinen Kopf nicht. Im Winter musst du vor zu großem Wärmeverlust aufpassen. Im Sommer spielen Aspekte wie Belüftung oder UV-Schutz eine Rolle.

3-Schichten-System - Schichten

Die erste Schicht - Unterschicht

Die Unterschicht, im Englischen "base layer" oder "first layer", sorgt für den Abtransport von Schweiß und hält deine Haut dadurch trocken und warm. Eine gute Unterschicht ist in der kälteren Jahreszeit, wenn es nass und kalt ist oder wenn du in die Berge gehst, von enormer Bedeutung.

Bei intensiver Aktivität kann man stark ins Schwitzen geraten. Dies ist eine Funktion deines Körpers, um die Körpertemperatur zu regulieren. Während des Schwitzprozesses entsteht Feuchtigkeit, und es ist wichtig, dass diese Feuchtigkeit so schnell wie möglich an die nächste Schicht weitergeleitet wird. Geschieht dies nicht rechtzeitig, wird dein Körper feucht und fühlt sich klamm und kalt an. Um das zu verhindern, wählst du ein Material, das Feuchtigkeit leicht und schnell abtransportieren kann. Häufig verwendete Materialien hierfür sind synthetisch, wie Polyester oder Polypropylen. Diese Stoffe nehmen kaum Feuchtigkeit und Geruch an, wodurch Schweiß gut abgeleitet werden kann und der Körper bei kalten Temperaturen warm und trocken bleibt. Ein ebenfalls häufig verwendetes Material ist Merinowolle. Durch die natürliche feuchtigkeitsregulierende Wirkung und die sehr feine Struktur dieser Wolle fühlt sie sich gut auf der Haut an und eignet sich perfekt als Unterschicht.

Viele unserer Kleiderschränke hängen voll mit Baumwollshirts. Sind diese nicht als Unterschicht geeignet? Leider nicht, Baumwolle ist generell eine schlechte Wahl, da sie Feuchtigkeit nicht gut abtransportiert. Sie hält sie vielmehr fest, wodurch dein Körper nass und kalt werden kann. Manche Menschen entscheiden sich an sehr heißen Tagen allerdings ganz bewusst für Baumwolle. Sie profitieren dann davon, dass Baumwolle langsam trocknet, tauchen das Baumwollshirt immer wieder in kalte Bäche und/oder Wasserfälle und ziehen es anschließend wieder an.

Eigenschaft Synthetisch Merinowolle
Isolationsvermögen Mittel Hoch
Schnelltrocknend Hoch Mittel
Schneller Feuchtigkeitstransport Hoch Hoch
Geruchsneutralisation Mittel Hoch
Komfort Mittel Hoch
Lebensdauer Hoch Mittel
Preis Mittel Hoch

Die zweite Schicht - Zwischenschicht

Die Zwischenschicht, im Englischen "middle layer" oder "second layer", hat zwei wichtige Aufgaben: den Körper warm zu halten und dafür zu sorgen, dass die Feuchtigkeit aus der ersten Schicht weitergeleitet wird. Abhängig von der Aktivität und den Wetterbedingungen (und somit der benötigten Isolation) hast du die Wahl zwischen einer dünneren oder einer dickeren Zwischenschicht.

Bei einer dünneren Zwischenschicht landest du meistens bei einer Fleecejacke, aber auch Wolle ist eine Option. Fleece hat den Vorteil, dass es Feuchtigkeit schnell abtransportiert und sehr leicht ist. In dieser Kategorie der dünneren Zwischenschicht findest du Jacken sowohl für die warmen als auch für die kalten Tage des Jahres.

Bei der Wahl einer etwas dickeren Zwischenschicht landest du bei der Isolationsjacke. Dieser Jackentyp kann verschiedene Füllungen haben wie: Synthetik, Daune, Wolle oder eine Kombination dieser Materialien. Jede Füllungsart bringt ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich. Diese listen wir hier für dich auf.

Eigenschaft Synthetisch Daune Wolle
Schnelltrocknend Ja Nein Nein
Isolationsvermögen im feuchten Zustand Hoch Gering Hervorragend
Packmaß, zusammengefaltet Mittel Kompakt Mittel
Gewicht Mittel Leicht Mittel
Preis Günstig Mittel bis teuer Mittel bis teuer

Eine Isolationsjacke kann bei bestimmten Wetterbedingungen auch als zweite und dritte Schicht gleichzeitig verwendet werden. Dieser Jackentyp ist jedoch niemals vollständig wasserdicht und daher bei starkem Regen als Außenschicht ungeeignet.

Die dritte Schicht - Außenschicht

Die Außenschicht, im Englischen "outer layer" oder "third layer", ist dein Schutz vor Niederschlag und Wind. Um nicht von innen heraus nass zu werden, ist es auch wichtig, dass die Außenschicht atmungsaktiv ist. Es gibt grob gesagt zwei verschiedene Kleidungsstücke, die den oben genannten Punkten mehr oder weniger gerecht werden: Hardshell- und Softshellkleidung.

Hardshelljacken und -hosen schneiden beim Schutz vor Niederschlag und Wind sehr gut ab, allerdings etwas schlechter bei der Atmungsaktivität. Kleidung aus dieser Kategorie verfügt über eine spezielle Art von Membran, wovon Gore-Tex das bekannteste Beispiel ist. Bei einer solchen Membran kann die Wärme bis zu einem gewissen Grad nach außen entweichen, während Niederschlag und Wind durch die winzigen Öffnungen nicht nach innen gelangen können. Es gibt große Unterschiede bei der Leistung (und den Preisen) der verschiedenen Membranen. Lies mehr darüber in unserem Blog über wasserdichte Membranen und deren genaue Funktionsweise. Dort erfährst du auch mehr über die Rolle von PFCs bei dieser Art von Kleidung und wie diese Schadstoffe erfreulicherweise immer seltener im Produktionsprozess verwendet werden.

In puncto Atmungsaktivität kann Hardshellkleidung nicht mit Softshellkleidung mithalten. Eine Softshell ist zudem um einiges elastischer. Dies geht dann allerdings auf Kosten des Schutzes vor Niederschlag. Softshells sind zwar oft winddicht, aber meist nicht so wasserdicht wie eine Hardshell. Auf die Frage, ob eine Softshell oder eine Hardshell die bessere Wahl für dich ist, versuchen wir in unserem Blog über die Vor- und Nachteile von Hardshell- und Softshellkleidung eine Antwort zu geben.

Das 3-Schichten-System im Sommer

Das Tragen von 3 Schichten klingt für den Sommer vielleicht nach etwas viel. Bedenke dabei, dass das 3-Schichten-System vor allem ein Richtwert ist. An den wärmeren Tagen des Jahres reicht oft schon die Basisschicht völlig aus. Es kann jedoch immer noch wichtig sein, eine Zwischenschicht für den kühleren Tagesbeginn und das Tagesende dabei zu haben. Oder wenn du an einem Tag viele Höhenmeter zurücklegst. Eine Außenschicht kann dich zudem bei einem unerwarteten Regenschauer trocken halten. Vergiss übrigens nicht, dass die Temperatur in großen Höhen enorm sinken kann, wenn das Wetter plötzlich umschlägt.

Da du diese Schichten an wärmeren Tagen seltener brauchst, sie im Idealfall aber dennoch dabei haben möchtest, kann es sich lohnen, genau auf das Gewicht und das Packmaß des Kleidungsstücks zu achten. Je leichter und kompakter sie sind, desto weniger Platz nehmen sie in deiner Tasche ein.

3-Schichten-System - Wald

Alternativen zum 3-Schichten-System

Dank technischer Innovationen und der Verwendung neuer Materialien gibt es Kleidungsstücke, die Funktionen mehrerer Schichten kombinieren oder diese anders interpretieren. Einige Beispiele hierfür sind Hybridjacken oder gefütterte (wasserdichte) Kleidung.

Die Hybridjacke kombiniert einige Funktionen der Zwischen- und der Außenschicht. Nicht alle Hybridjacken sind gleich, aber oft sieht man, dass sie eine Isolations- und eine softshellartige Schicht an der Vorder- und Rückseite kombinieren, während das Material um die Arme und an den Körperseiten hauptsächlich aus Stretchstoff besteht.

Gefütterte Kleidung kombiniert praktisch alle Funktionen der Zwischen- und der Außenschicht. Viele Skijacken fallen in diese Kategorie. Da hier zwei Schichten in einer kombiniert werden, verlierst du allerdings die Flexibilität, die dir das 3-Schichten-System bietet.

Ist das 3-Schichten-System für dich geeignet?

Durch das 3-Schichten-System kannst du vorbereitet aufbrechen und deine Aktivität in vollen Zügen genießen. Das Wetter und deine Aktivität spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl deiner Schichten. Wenn man das alles erst einmal weiß, ist das 3-Schichten-System eigentlich gar nicht so komplex, wie es scheint. Bist du dir trotzdem noch unsicher, welche Kleidungsstücke du benötigst? Bei Twinseasons beraten wir dich gerne zu den verschiedenen Optionen. Komm in unserem Geschäft vorbei oder stelle deine Frage per E-Mail.

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